Adrian, Mia
Scham in der diskriminierungskritischen Bildungsarbeit.
Differenzverhältnisse, 11
.
BIS-Verlag, Oldenburg.
ISBN 978-3-8142-2398-8
Abstract
Scham ist höchst ambivalent, meist unsichtbar und gesellschaftlich tabuisiert. Als unangenehm erlebte emotionale Reaktion geht sie mit dem Bewusstwerden eines eigenen Scheiterns an normativen Vorstellungen einher. Damit wird sie bedeutsam für die Gestaltung gesellschaftlicher Zusammenhänge, für soziale Interaktionen, die Entwicklung des eigenen moralischen Selbst und den Schutz der eigenen Würde. Sie ist ebenso Bestandteil emotionaler Erfahrungen im Kontext von Diskriminierung als auch pädagogische Einflussgröße und Gegenstand von Lern- und Entwicklungsprozessen. Die vorliegende qualitative Studie widmet sich diesem Zusammenhang und untersucht die Bedeutung von Scham für Lehr-Lernprozesse in der diskriminierungskritischen Bildungsarbeit. Mit den Phänomenen Diskriminierungsscham, Privilegierungsscham und Beschämung werden unterschiedliche Facetten von Scham, ihre Anlässe, Erscheinungsformen, Bedingungen, Wirkungsweisen und darauf bezogene Handlungsstrategien beleuchtet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage zur Formulierung von Vorschlägen für eine transformative und schamsensible Bildungspraxis, welche die "Risiken" der Scham kennt und ihre "Potentiale" im Sinne einer kritisch-emanzipatorischen Bildung zu fördern weiß.
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