Die Meistererzählung. Theorie und Praxis in Synthesen zur deutschen Geschichte am Beispiel von Hans-Ulrich Wehler und Thomas Nipperdey

Boyaci, Arslan (2009) Die Meistererzählung. Theorie und Praxis in Synthesen zur deutschen Geschichte am Beispiel von Hans-Ulrich Wehler und Thomas Nipperdey. ["eprint_fieldopt_thesis_type_diplom-magister" not defined], Universität Oldenburg.

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Abstract

Nach dem Abklingen der geschichtstheoretischen Kontroversen um den „linguistic turn“, die die konstruktivistische und Machteffekte zeitigende Dimension von Sprache offenlegten, werden zunehmend Historiker samt ihrer Deutungsmuster über die Vergangenheit selbst zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft. So schrieb beispielsweise Jacques Rancière über den Annales-Historiker Fernand Braudel, Philippe Carrard über die französische Historiographie von Braudel bis Roger Chartier oder Ann Rigney über die Narrative zur Französischen Revolution. Für die deutsche Diskussion sind u.a. Thomas Haussmann über Golo Mann und Hans-Ulrich Wehler, Thomas Etzemüller über Werner Conze, Jan Eckel über Hans Rothfels oder Arnd Hoffmann über Braudel und Wehler zu nennen. Neben der sowohl gesellschaftlichen als auch wissenschaftlichen Kontextualisierung der analysierten Historiker wird vor allem eines deutlich: Historiographie funktioniert über das Medium Sprache. Und Sprache ist nicht gesellschaftsabbildend, sondern gesellschaftskonstruierend. Wie problematisch das Verhältnis von Sprache und Geschichte als sinn(be)deutendes Medium einer-seits und performativer Akt andererseits ist, zeigte der französische Schriftsteller und Philosoph Jean-Pierre Faye in seinem Buch „Theorie der Erzählung“. Im Anschluss an Faye ist Sprache nicht als ein kontrollierbares Medium zu verstehen, sondern als eine Eigendynamik entwickelnde Zirkulation. Weil Sprache unkontrollierbar ist, eröffnet sich für einen Historiographievergleich die Perspektive, die Metaphorizität historiographischer Praxis zu untersuchen. Indem ich Thomas Nipperdeys und Hans-Ulrich Wehlers historiographische Praxis untersuche, setzt sich mein Gegenstand in der Analyse ihrer Werke zusammen. Aus diesem Grund verstehe ich mit Michel de Certeau unter Praxis „das Machen von Geschichte“, also eine Operation, die als Endprodukt einen Gegenstand „Geschichte“ zur Folge hat.

Item Type: Thesis (["eprint_fieldopt_thesis_type_diplom-magister" not defined])
Uncontrolled Keywords: Nipperdey Thomas, Plotstrukturierung, Bielefelder Schule, Geschichte der Geschichtswissenschaft nach 1945
Controlled Keywords: Textanalyse , Geschichtswissenschaft , Erzähltechnik , Modernisierung , Handlung <Literatur> , Wehler, Hans-Ulrich , Barthes, Roland / Roland Barthes
Subjects:
Divisions: School of Humanities and Social Sciences > Institute of History
Date Deposited: 17 Jan 2013 14:23
Last Modified: 17 Jan 2013 14:23
URI: http://oops.uni-oldenburg.de/id/eprint/836
URN: urn:nbn:de:gbv:715-oops-8921
DOI:

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