Rollett, Wolfram
(2026)
Der Modellkern des Funktionsraummodells als Theorie funktionaler Übergangsstabilisierung.
Monografie.
, Oldenburg.
Abstract
Das Funktionsraummodell bezeichnet eine mehrschichtige und mehrdimensionale Modellarchitektur zur Beschreibung funktionaler Übergangsstabilisierung in Prozessen. Es beschreibt Prozesse nicht primär über isolierte Zustände, Aufgaben, Inhalte oder Endprodukte, sondern über Übergänge zwischen Zuständen. Funktionen werden als Leistungen bestimmt, durch die solche Übergänge ermöglicht, stabilisiert und reguliert werden. Der Funktionsraum ist der Raum möglicher Übergänge, Stabilisierungsleistungen, Stabilisierungsdimensionen, Prozessfelder und Störungen.
Der Modellkern besteht in der Annahme, dass Prozesse tragfähig bleiben, wenn ihre relevanten Übergänge fortsetzbar, rückbindbar, korrigierbar und feldspezifisch verantwortbar bleiben. Fortsetzbarkeit ist dabei nicht auf lineare Fortführung beschränkt. Sie umfasst auch kontrollierten Abbruch, Revision, Umlenkung und Rückbindung, sofern dadurch eine tragfähige Anschlusslage erhalten oder wiederhergestellt wird.
Das Modell unterscheidet drei grundlegende Leistungen: Ermöglichung, Stabilisierung und Regulierung. Ermöglichung macht Übergänge möglich. Stabilisierung sichert tragfähige Folgeübergänge. Regulierung hält Übergänge begrenzbar, korrigierbar und rückbindbar. Störungen wie Bruch, Drift, Blockade und Regulierungsrisiko sind nicht automatisch Scheitern. Sie werden kritisch, wenn sie nicht bearbeitbar, nicht rückbindbar oder nicht korrigierend anschließbar bleiben.
Die Theorie ist eine konzeptionelle Modellarchitektur. Sie ist kein empirisch validiertes Messmodell, keine mathematisch abgeschlossene Theorie, keine professionelle Freigabeinstanz und kein feldspezifisches Letzturteil. Ihre empirische Tragfähigkeit, diagnostische Nutzbarkeit und feldspezifische Übertragbarkeit sind jeweils gesondert zu prüfen.
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